무사도의 전수자

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Musado Orgin

Aug 2023 25

Wer die Geschichte der Sulsa verstehen will muss ich mit der Geschichte des MuSul in Korea beschäftigen. Die meisten Informationen habe durch meinen Meister Herbert Grudzenski erhalten.

Lasst uns beginnen.

Die geschichtlichen Wurzeln des MuSul reichen bis in das Korea des vierten Jahrhunderts zurück. In dieser Zeit widmeten sich Bauern, aber auch Sklaven, ebenso wie Mönche und die unterschiedlich herrschenden Klassen – Könige, Adlige und Ritter, intensiv der Entwicklung und Optimierung ihrer Kampfmethoden. Über die Jahrhunderte hinweg entstanden so drei bedeutende Kampfrichtungen in Korea.

Sado Mu Sul:

Dem einfachen Volk war es nicht gestattet, kriegerische Waffen wie z.B. Schwerter, zu besitzen. Ohnehin hätten die wenigsten von ihnen sich solche Waffen leisten können. Um dennoch ihre Habe und ihr Leben vor Überfällen und Angriffen schützen zu können, entwickelten sie waffenlose Kampftechniken wie Su Bak, Kwon Bup und Tae Kyon. Der Einsatz der Fäuste, steinharter Handkantenschläge und geschickter Fußtritte bestimmten diese Kampfformen. Da jedoch auch Arbeitsgeräte, Knüppel und sogar Steine bei der Verteidigung wertvolle Hilfe leisteten, wurde der Umgang mit ihnen gezielt geübt und kontinuierlich verbessert. Diese Kampftechniken hielten die Clans streng geheim und gaben sie nur innerhalb der eigenen Reihen weiter. Man fasst sie unter dem Begriff Sado Mu Sul zusammen.

Bulkyo Mu Sul:

Selbst Mönche in jener Zeit waren vor feindlichen Übergriffen nicht gefeit. Obendrein verbot ihnen ihr Glauben, Leben zu nehmen. Die koreanisch buddhistischen Mönche waren daher gezwungen Angriffe abzuwehren und Gegner unter ihre Kontrolle zu bringen, ohne sie dabei zu töten. Vor dem Hintergrund der Ausrichtung ihres streng religiösen Lebens entstanden so einmalige Selbstverteidigungstechniken.
Religiöses Seinsverständnis und religiöse Praktiken, wie die Meditation, ermöglichten den Mönchen die absolute Geist-Körper-Harmonie. Auch zeichneten sie sich durch ihr profundes Wissen aus; ihre hohen geistigen Erkenntnisse flossen in die verschiedensten Künste ein. Die Synthese aus all diesen Elementen war die perfekte Basis für die Entwicklung von Techniken wie Chim Goo Sul Bup, d.h. Akupressurtechniken, mit denen der Gegner gelähmt werden konnte. Mok Sul, d.h. Hebeltechniken, die zumeist an den schmerzempfindlichen Handgelenken ausgeführt wurden. Sowie für Bon Sul, also für Stockkampftechniken mit dem Wanderstab. Zur gleichen Zeit, in der das Bulkyo Mu Sul Fuß fasste, begann in Korea eine Blütezeit der Malerei und Architektur, der Dichtung und der Heilkünste, nicht zuletzt auch durch den Einfluss dieser Mönche.

Koong Jong Mu Sul:

Die koreanischen Herrscher von der Königsfamilie bis hin zu Adligen und Rittern konnten sich geschmiedete Waffen, Pferde, teure Rüstungen und erprobte Lehrmeister leisten. An ihren Höfen versammelten sie Schmiede und Handwerker, Krieger und Weise. Die Ausbildung der jungen Krieger dieser hohen Gesellschaftsschichten befasste sich nicht nur mit dem Kampf; sie galt ebenso der ethischen und geistigen Bildung, selbst der Kunst und der Literatur. Der zu jener Zeit herrschende König Chin Heung wollte jedoch keine über das Land verstreuten Elite-Kämpfer. So schuf er um 563 n. Chr. die Hwa Rang, die „blühenden Ritter“, eine gut organisierte und bestens ausgebildete Ritterkaste, deren Mitglieder durch einen speziellen Ehrenkodex zu Loyalität und höchsten Leistungen angehalten waren.

 

Der Ehrenkodex, der für alle Hwa Rang verbindlich galt, lässt sich auf folgende fünf Regeln reduzieren:

  • Sei deinem König treu ergeben
  • Gehorche deinen Eltern
  • Ehre deine Freunde und vertraue ihnen
  • Sei ausdauernd im Kampf
  • Nimm niemals ein Leben ohne Grund


Ein Ritter der Hwa Rang zeichnete sich nicht nur durch seine exzellenten Kenntnisse im Umgang mit dem Schwert aus. Auch durch sein umfassendes Wissen, Intelligenz, Mut und eine stattliche Erscheinung. Um symbolisch auf das angestrebte Ideal einer körperlich-seelischen Harmonie hinzuweisen, betonte man körperliche Schönheit zusätzlich durch wohlgewählten Schmuck. Nicht ohne Grund werden die Hwa Rang mit den japanischen Samurai verglichen. Allerdings waren Frauen hier nicht ausgeschlossen, sie konnten sogar Führungspositionen einnehmen. Unter den Kampfkünsten des Koong Jong Mu Sul übten sich die Hwa Rang besonders im Schwertkampf, Lanzenkampf, Bogenschießen und im Soo Bak do, einer Kunst der unbewaffneten Selbstverteidigung. 

Aus den Reihen dieser Hwa Rang baute König Chin Heung eine Spezialtruppe auf, die Sulsa. Deren Aufgabe war es, spezielle Missionen und Erkundungen zu bestreiten und den König und seine Gerichtsberater zu schützen. Zusätzlich zu ihrer Ausbildung als Hwa Rang lernten die Sulsa „Amja“ (Betrügerei und Täuschung) und „Unschienbein-Bebop“ (Kunst der Unsichtbarkeit). Als Spezialisten im Kampf gegen irreguläre Kräfte wurden sie geschult im Eindringen auf feindliches Territorium, im Sammeln von Wissen und Geheimnissen sowie in der Kunst des Tötens und Überlebens. Man setzte sie weit hinter den feindlichen Linien ein. Diese Spezialkämpfer bildeten sozusagen das koreanische Gegenstück zu den japanischen Ninja. Auch für die Sulsa galt der Ehrenkodex der Hwa Rang – ergänzt um eine wichtige Maxime: „Tu dein Bestes, der Beste unter den Besten zu sein.“

Nicht alle Elemente dieser drei koreanischen Kampfkunstrichtungen konnten über die Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart gerettet werden; so manches fiel dem Vergessen anheim. Dennoch bilden diese Kampfkünste einen Hintergrund, der stark genug war, als Basis für die Entwicklung des MuSul zu dienen. Das Musado Orgin

hat Kampftechniken aller drei Richtungen in sich aufgenommen und übermittelt somit ein Erbe aus längst vergangener Zeit. Zeitgerecht und modern aufbereitet bildet es somit das Beste aus Vergangenheit und Gegenwart, um gerüstet zu sein für jede potenzielle Zukunft.